Hier blüht euch was!

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Zur Lebensweise von Bienen:

Die meisten Wildbienen leben tatsächlich von heimischen Wildblumen, von dem also, was viele Menschen als Unkraut ansehen. Wer Unkraut jätet, nimmt ihnen damit oft die Lebensgrundlage, Punkt (das ist eine Tatsache)! Es ist nämlich kaum anzunehmen, dass die sie um ihrer selbst Willen verfolgt werden. (Verstehe ich nicht. Was ist die Aussage?) Oder fürchten Sie sich vielleicht vor einem „wilden Stachel“?

Kein Grund zur Sorge: Wildbienen leben völlig vegan und sie stechen auch nicht!

Baumhummeln mal ausgenommen, kommt man denen ins Gehege, dann wehren sie sich manchmal mit dem Stachel. Hummeln sind staatenbildende Wildbienen. Ihre Völker sind viel kleiner als die der Honigbiene und sie sammeln keine Wintervorräte. Nur die jungen Königinnen überstehen gut versteckt den Winter. Jede versucht im nächsten Jahr ein neues Volk zu gründen. Für die meisten Menschen sind Hummeln ummeln sammeln sie saSympathieträger: große, hübsche und freundliche Brummer. Man muss sie schon stark bedrängen, ehe sie von ihrem Stachel Gebrauch machen.

Die meisten anderen Wildbienen sind klein und unscheinbar, manche geradezu winzig. Wird ihnen vielleicht auch das zum Verhängnis? Sie sind tatsächlich leicht zu übersehen.

Honigbienen sind da besser dran, zumindest auf den ersten Blick. Ihr Nutzen als Bestäuber ist unbestritten, sie machen Honig und Imkern ist gerade angesagt! Als großes Volk haben sie ganz besondere Ansprüche: Die ca. 20.000 Sammlerinnen informieren sich gegenseitig über lohnende Ziele. Das ist sehr effektiv, wenn es eine ergiebige Futterquelle gibt, einen blühenden Kirschbaum z.B. – Willkommen im Garten! Lohnender noch ist eine Obstplantage oder ein Rapsfeld, Massentracht nennt das der Imker. Und den Imker brauchen unsere Honigbienen unbedingt: Er bringt sie an einen anderen Platz, wenn das Rapsfeld verblüht ist und behandelt sie bei Parasitenbefall. Weil sie im Bienenstock so eng zusammenleben, stecken sie sich nämlich leicht gegenseitig an. Ohne die Pflege und Fürsorge seines Imkers kommt ein Volk kaum über den Winter. Honigbienen sammeln neben Nektar auch Pollen als Futter für die Brut. Dabei bestäuben sie unzählige Blüten, auch das sehr effektiv, denn sie sammeln blütenstet, bleiben also möglichst bei der gleichen Art. Gut versorgte Sammlerinnen interessieren sich dann wenig für Wildkräuter. Nur wenn es keine Massentracht gibt, stehen sie in Konkurrenz zu den Wildbienen.

Die meisten Wildbienen leben solitärAuf den Blüten sind zumeist alleinerziehende Mütter unterwegs. Ein Weibchen sammelt Pollen, befördert den in eine Brutkammer, legt darauf ein Ei, verschließt die Kammer und wiederholt das Ganze vielleicht 3 bis 30 Mal. Wintervorräte gibt es nur in sehr kleinen Portionen für die Brut, deshalb stechen solitäre Sammlerinnen nicht. Nichts zu verteidigen! Schon nach wenigen Wochen ist die Saison der Futterpflanzen beendet, damit endet auch ihr Leben. Für Nachkommen ist gesorgt, aus den Eiern schlüpfen Larven. Ganz allein verbringen die den Rest des Jahres in ihren Futterbunkern und entwickeln sich dort über die Puppe zum Vollinsekt. Wenn alles gut geht, schlüpft aus der Kammer im nächsten Jahr entweder ein Männchen mit der Aufgabe, sich zu paaren und dabei seine Gene weiterzugeben, oder ein Weibchen, das nach der Paarung  Eier ablegen und Brutfürsorge betreiben wird.

Allein in Niedersachsen gibt es mehr als 300 verschiedene Arten von Wildbienen. Was die Nahrung angeht, sind diese Arten unterschiedlich spezialisiert: viele von ihnen sind Generalisten, d.h. nicht wählerisch, andere sind mehr oder weniger Nahrungs-Spezialisten und einige brauchen sogar eine ganz bestimmte Futterpflanze. Wer Pollen sammelt, bestäubt dabei die Blüten, das ist der Deal zwischen Insekten und Pflanzen. Nektar ist der Wegweiser,  duftendes, energiereiches Zuckerwasser und eine Art Flugbenzin für die Insekten. Beide Partner profitieren von dieser Beziehung, doch je enger ihre Bindung, umso größer die Gefahr:

Wildkraut weg – Wildbiene weg! 

So schwindet gerade überall die Biodiversität, Spezialisten sind zuerst betroffen.

Die Brutkammern von Wildbienen sind klein und  versteckt, ca. 75 % aller Arten nisten im Boden. Schon deshalb wissen wir wenig über sie und ahnen nicht, welche Katastrophe sich da unter der Oberfläche abspielt, wenn wir einen Pflug einsetzen, den Spaten und die Hacke schwingen. Zum Glück für Naturgucker nutzen einige Arten für ihr Brutgeschäft auch künstliche Hohlräume. An präparierten Bambus-Röhrchen z.B. kann man sie gut beobachten. Diese Arten sind im Bestand allerdings kaum oder gar nicht gefährdet. Das Aufhängen von Nisthilfen allein bringt deshalb fast nichts für den Erhalt der Artenvielfalt. Viel wichtiger wäre ein passendes und vielfältiges Nahrungsangebot. Manche der käuflichen sog. „Insektenhotels“ sind leider fehlerhaft konstruiert und werden deshalb nicht besiedelt, zudem ist diese weit verbreitete Bezeichnung  irreführend. Nisthilfen  sind für ihre Bewohner echte Dauerquartiere und nicht etwa sowas wie Ferienwohnungen. Eine „Grundreinigung des Hotels“ im Frühjahr z.B. würden sie nicht überleben. Immerhin haben Wildbienen durch die Insektenhotels viel Aufmerksamkeit bekommen und der Bau von Nisthilfen ist von nicht zu unterschätzendem Wert in der Umweltbildung. Während der Arbeit kann man sich nämlich ganz handfest über die Lebensweise und die Bedürfnisse der künftigen Bewohner informieren.

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